Überleben im Winter – Die Wärme kommt aus dem Boden

Überleben im Winter

Die Temperaturen gehen nachts mittlerweile in die Minusgrade und irgendwie geht mir der Gedanke einer warmen Winterhütte nicht mehr aus dem Kopf. Mein Schlafsack hält mich zwar warm, aber ich möchte das Gefühl von Wärme um mich herum spüren. Immerhin bin ich ein paar Tage hier draussen und möchte es mir so gemütlich wie möglich machen. Ein Bodenheizsystem muss her! Ich will meinen Schlafplatz von unten her beheizen.

Vor langer Zeit hörte ich von einer „Outdoor-Fussbodenheizung“! Also suche ich mir eine geeignete Stelle, unweit meines notdürftig errichteten Lagerplatzes.

Wo will ich meine neue Unterkunft bauen und wo soll die Feuerstelle sein?

Nachdem das geklärt und die bestmöglichste Stelle gefunden ist, fange ich an, das Loch für die Feuerstelle zu graben. Wichtig zu wissen, je weiter der Schlafplatz von der Feuerstelle entfernt ist, desto tiefer muss das Loch für das Feuer werden. Ich glaube ich habe genug gebuddelt, jetzt muss nur noch der Graben bis hinter den Schlafplatz angelegt werden.

Es ist darauf zu achten, daß eine kleine Neigung vorhanden sein muss, um die größtmöglichste Sogwirkung zu erzielen.

Günstiger Buddel-Allrounder

Ich mache mir den sogenannten Kamineffekt zu Nutze, wo sich gegenseitige Energien anziehen.

In meinem Fall hier, wird die warme Luft des Feuers durch die kalte Luft am Ende des Kanals angezogen. Durch den Graben strömt nun die warme Luft und gibt sie an die Oberfläche, wo später mein Schlafplatz sein wird, wieder ab. Dabei ist es nicht wichtig, ob der Graben schnurgerade oder im Bogen gegraben wurde.

Der wohl BESTE Klappspaten der Welt

Der Graben ist nun fertig und muss, damit er zu einem Kamin wird, abgedeckt werden. Am allerbesten für die Wärmespeicherung eignen sich große Steine, die wie eine Platte geformt sind. Diese zu finden (und das auch noch in Massen) ist oftmals eher unwahrscheinlich.

Also suche ich mir zumindest ein oder zwei dieser seltenen Exemplare um sie am Anfang des Kanals (am Feuerloch) zu platzieren. Den Rest des Grabens bedecke ich mit stabilen Ästen, die sehr eng, fast lückenlos zueinander gelegt werden müssen.

Nachdem der gesamte Graben mit Ästen bedeckt wurde, steche ich mir Grassoden aus und lege sie darüber. (Anstatt der Grassoden kann ich auch mit Laub und Erde arbeiten.) Hier achte ich besonders, daß alles beinahe perfekt dicht ist. Denn je dichter der Kanal errichtet wurde, desto besser funktioniert der Wärmesog!

Die Schicht über dem Kanal sollte nicht allzu dick sein, damit die Wärme durchdringen kann.

Der Hüter bei Wind und Wetter

Wie sich das wohl anfühlen wird? Ich bin gespannt auf das Ergebnis. Schließlich habe ich bislang nur von dieser Art der Schlafplatzbeheizung gehört und heute sollte der erste Selbsttest durchgeführt werden.

Der Graben ist endlich abgedeckt und ich muss ehrlich sagen, knapp drei Meter müssen erstmal bearbeitet werden. Ich weiß garnicht, wieviel hundert Ästchen, wieviel Laub und viel Kubikmeter Erde ich heute schon bewegt habe. Eigentlich ist mir jetzt schon warm, aber ich sorge ja für die nächsten Nächte vor.

Ich mache also einen kurzen Belastungstest für die Abdeckung meiner Outdoor-Fußbodenheizung, indem ich den Kanal abschreite. Jetzt muss nur noch mein Schlafplatz darüber errichtet werden. Natürlich habe ich im Vorfeld die benötigten verschiedenen Äste gesammelt und vorsortiert, so daß der Aufbau relativ schnell von statten geht.

Damit für die Nacht alles bestens vorbereitet ist, zünde ich schonmal das erste Feuer an. Es ist noch hell und ich möchte eventuelle Schwachstellen ausbessern können. Während mein Heizsystem so langsam, naja sagen wir mal gestartet wird, baue ich weiter an meiner Hütte.

Es dauert schon ein ganzes Weilchen, bis aus dem Austrittsloch der erste Rauch zu sehen ist. Aber es scheint zu funktionieren.

Jetzt muss es nur noch warm werden.

Klicke auf den Schlafsack für mehr Informationen

In der Zwischenzeit gehe ich noch auf die Suche nach noch mehr Feuerholz für die Nacht. Ich lege mir meinen Stapel Holz zurecht und teste mal meine Hütte.

Gut, ich merke der Einstieg, nur etwa einen halben Meter vom Feuerloch entfernt, ist ein klein wenig knapp, aber es geht schon irgendwie.

Wiedermal bin ich sehr erstaunt darüber, wie schnell ein Tag doch vorüber ist. Die ganze Zeit war ich nur mit dem Aufbau meines Outdoor – Heizsystems, den Bau meines Schlafplatzes und dem Sammeln von Holz beschäftigt.

Es ist kalt und das Feuer spendet wohlige Wärme.

Der Boden fühlt sich angenehm warm und vor allem trocken an. Bevor ich mich in meinen Schlafsack mummel, lege ich nochmals ordentlich Holz nach.

Schließlich schlafe ich ein.

Bist Du PERFEKT ausgerüstet? Klicke auf das Bild!

Ganz früh am Morgen wache ich auf, draussen ist es bitterlich kalt.

Der Boden fühlt sich noch immer warm an, obwohl das Feuer schon lange ausgegangen war. Ich fühle nicht wie sonst, die klamme Kälte im Gesicht.

Es hat sich also gelohnt.

So angenehm dieses Gefühl auch ist, war es doch eine Menge Arbeit und ich würde es nur wieder so machen, wenn ich für mehrere Tage und bei eisiger Kälte an ein und dem selben Platz verweile.

Es gibt einen Platz, wo ich öfters an der gleichen Stelle im Wald nächtige,da glaube ich, werde ich für die Zukunft ein solches System bauen. Ich habe einmal die Arbeit und kann es immer wieder benutzen.

Fazit:

Die Outdoor-Fußbodenheizung ist eine super Angelegenheit, erfordert viel Arbeit und lohnt sich somit nur bedingt. Ich werde es aber wieder tun.